Multitalent für die Meeresforschung
MARUM-QUEST: Das am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) in Bremen stationierte ROV (Remotely Operated Vehicle) ist eigentlich ein kommerzielles Robotersystem. Es wurde für den routinemässigen Offshore-Industrie-Einsatz in der Tiefsee entwickelt. Gegenüber der kommerziellen Variante wurde es für den wissenschaftlichen Einsatz und für eine Tauchtiefe bis 4000 Meter angepaßt. Damit lassen sich etwa 80% des weltweiten Meeresbodens erreichen.
Der Tauchroboter MARUM-Quest liefert nicht nur faszinierende Foto- und Videoaufnahmen. Für wissenschaftliche Beprobungen wird er mit verschiedenen Werkzeugen ausgerüstet.
So werden für die Beprobung festerer Gesteine robuste Greifarme eingesetzt. Dieses Foto zeigt Asphaltlagen in einer Wassertiefe von 3.300 Metern im Golf von Mexiko.
Mit speziellen Greifarmen können videoüberwacht auch ganz gezielt Sedimente beprobt werden.
In einem Transportkasten werden die einzelnen Sedimentproben abgelegt und zur Oberfäche transportiert.
Speziell entwickelte Beprobungssysteme wie die Slurp-Gun ermöglichen auch Beprobungen für biologische Untersuchungen. Das Foto zeigt die Beprobung lebender Garnelen an einem Schwarzen Raucher in 3.000 Meter Wassertiefe.
Spezielle Mess-Sonden werden mit dem Tauchroboter viedeogeführt präzise eingesetzt. Die Aufnahme oben zeigt einen Schwarzen Raucher in 3.000 Meter Wassertiefe an dem gerade die Temperatur des austretenden schwarz verfärbten Wassers gemessen wird.
Nicht etwa ein Flokati-Teppich, sondern ausgedehnte Bakterienmatten in 1.100 Meter Wassertiefe den Meeresboden am pakistanischen Kontinentalrand. Die dort vom Tauchroboter platzierten Messgeräte registrieren autonom die Sauerstoffzehrung in diesem extrem sauerstoffarmen Tiefenwasser.




