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Kernaussagen
- Die Strategieschrift will Informationen über die Inhalte und Zukunftsherausforderungen der Geowissenschaften liefern. Sie richtet sich an Geowissenschaftler und Entscheidungsträger in Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsförderung sowie die geowissenschaftlich interessierte Bevölkerung. Die Schrift soll Denkanstöße für die zukünftige Forschung liefern.
- Die Strategieschrift beschreibt die großen Herausforderungen für die Geowissenschaften zur besseren und nachhaltigen Nutzung der Georessourcen und zur Minderung von Schäden durch Georisiken. Dabei werden die strukturellen und ausbaufähigen Stärken der Geowissenschaften in Deutschland identifiziert und Handlungsempfehlungen formuliert.
- Die Geowissenschaften haben sich in den vergangenen Jahrzehnten ähnlich stark gewandelt wie die Lebenswissenschaften seit der Entwicklung der molekularen Biologie. Moderne Geowissenschaften sind quantitative Naturwissenschaften ähnlich der Physik und Chemie. Die Grenzen zwischen einzelnen Teildisziplinen der Geowissenschaften verlieren immer mehr an Bedeutung.
- Der Rohstoffmangel, die Gefahr durch Naturkatastrophen, der Klimawandel und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung sind zentrale Herausforderungen für die Geowissenschaften und machen sie zu einer der wichtigen Zukunftswissenschaften.
- Die großen Zukunftsaufgaben werden von den Geowissenschaften bisher nicht ausreichend kommuniziert. In Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit wird die besondere Bedeutung der Geowissenschaften für die Gesellschaft zu wenig wahrgenommen.
- Die Situation der Geowissenschaften an deutschen Hochschulen ist besorgniserregend. Noch sind viele Bereiche der Geowissenschaften zur Weltspitze zu zählen, aber in manchen anderen Bereichen ist ein Wiederaufbau notwendig, um den Anschluss der deutschen Forschung an die Weltspitze zu sichern und um eine angemessene Ausbildung von Geowissenschaftlern für die Gesellschaft sicherzustellen.
Als wichtig und notwendig erachtet werden insbesondere:
- die nachhaltige Weiterentwicklung und Förderung der erkenntnisorientierten geowissenschaftlichen Forschung;
- die Stärkung der geowissenschaftlichen Forschung im Hinblick auf die großen Zukunftsfragen, unter Berücksichtigung einer engen Verknüpfung zwischen neugiergetriebener Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung;
- eine verstärkte strategische Entwicklung von Forschung und Lehre, die an interdisziplinären Problemen ausgerichtet ist und nicht an klassischen Disziplinen. Die Fächergrenzen innerhalb der Geowissenschaften müssen überwunden, die Kooperation mit den relevanten Nachbardisziplinen in Natur-, Ingenieur-, Rechts- und Sozialwissenschaften noch mehr gestärkt werden;
- verstärkte Anstrengungen zur Quantifizierung und Modellierung von Systemprozessen. Damit gehen hohe Anforderungen an die Informationstechnologie einher;
- die Weiterentwicklung attraktiver Studiengänge in den Geowissenschaften zur Ausbildung qualifizierten Nachwuchses und Entwicklung langfristiger Zukunftsperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ferner muss die Vermittlung geowissenschaftlicher Inhalte an den Schulen verbessert werden;
- die Netzwerk- und Profilbildung der geowissenschaftlichen Standorte unter Einbeziehung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft, mit klarer Formulierung von Schwerpunkten.
